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Flugangst – Vertrauen, Hoffnung, Mut

Weißt du, wie sich Flugangst anfühlt? Oder hast du vielleicht eine ganz andere Phobie, die dir das Leben manchmal schwer macht? Wenn du solche intensiven Ängste vor etwas kennst, dann wirst du sicherlich verstehen und nachfühlen können, welch große Herausforderung es ist sich diesen Ängsten zu stellen.

So erging es auch Maria, der Logopädin, Musiktherapeutin und Bloggerin von Laute(r)Gedanken. Sie kennt es zu gut…wie sich Flugangst anfühlt. Und sie hat es gewagt. Sie hat den Mut, die Hoffnung und das Vertrauen gefunden sich ihrer großen Angst zu stellen und ist zum allerersten Mal in ihrem Leben geflogen. Wie sich das angefühlt hat und welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat, das erzählt sie dir in ihrem spannenden Beitrag.

Flugangst – Vertrauen, Hoffnung, Mut

Als ich wusste, dass es in ein paar Tagen schon so weit sein wird, wurde mir flau im Magen und mulmig im Herzen. Ich packte schon einige Tage vorher alles Wichtige in meinen Koffer für das Abenteuer meines Lebens – für meinen ersten Flug! Noch nie war ich geflogen, weil meine Angst mir Schranken setzte, die ich nicht überwinden konnte und die nie ein anderer Mensch schaffte, in mir zu öffnen.

Das heißt nicht, dass ich nie verreiste – ich verreise sogar sehr gerne, entdecke leidenschaftlich gern neue Orte und Menschen, die mich inspirieren und durch die ich neue Erfahrungen und Wissen sammeln kann. Bisher eben einfach nur in einem mit dem Auto erfahrbaren Kreis.

Doch letztes Jahr war es so weit – mein Partner fliegt für sein Leben gern, das sagte er mir schon, als wir uns an einem Abend bei einem Cocktail kennen lernten, ich sagte ihm bei dieser Gelegenheit auch, dass ich Angst vor dem Fliegen habe und nie fliegen werde. Später fragte er immer und immer wieder, ob ich mich nicht dazu überwinden kann. Mein Kopf sagte beständig „nein“, doch meine Lippen formten nach dem mehrfachen Fragen dann plötzlich ein „ja“ und ich wusste, dass es jetzt so weit sein wird.

Als wir am Laptop saßen und alles für unseren Flug nach Mallorca gebucht hatten, der rund zweieinhalb Stunden ging, spürte ich im Herzen das Fernweh nach Sonne, Strand und Meer. Die Neugier darauf, auf einer Insel zu sein, die ich nicht kenne, Urlaub in einer Gegend zu machen, die für mich völlig unbekannt ist und bisher nur durch Fotos, Videos und Postkarten greifbar war – das sollte ein richtiges Abenteuer werden!

“Das Flugzeug – das sicherste Verkehrsmittel…” – weniger Informationen ist manchmal so viel besser

Ich wollte mich vorher gar nicht weiter darüber informieren, wie die Reise mit dem Flugzeug abläuft, wollte nicht von anderen hören, welche Dinge passieren können und „dass das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel“ sei – mein Gott, wie hasste ich diesen Spruch mittlerweile. Als habe ich nicht selber einen Kopf, der ein Gehirn besitzt, das denken kann und über diese Tatsache schon immer weiß. Ich wollte von niemandem hören, dass alles gut wird, sondern wollte es in mir selber fühlen. Aber an diesem Punkt war ich noch nicht. Und trotzdem habe ich meinem Partner versprochen, mit ihm in den Urlaub zu fliegen. Ich wollte vorher zur Hypnose gehen, um meine Angst loszuwerden, habe es aber dann so lange vor mir her geschoben, dass die Zeit nur noch dafür reichte, mir Bachblüten-Bonbons zu besorgen, um etwas ruhiger zu sein, wenn es dann so weit sein sollte.

An Flughafen – Ich wollte stark und stolz auf mich sein!

Wir fuhren in der Nacht los. Schon auf der Autobahn war mir kotzübel. Am liebsten wäre ich zurückgefahren und hätte mich wieder in mein Bett gelegt.

Aber ich wollte stark sein, wollte was Neues entdecken und wollte vor allem mir zeigen, dass ich es durchziehe. Ich wollte ausprobieren wie es ist, meine Grenzen kennen zu lernen und stolz auf mich zu sein, wenn ich es danach geschafft habe.

So kamen wir am Flughafen an und ich war David (mein Partner) unheimlich dankbar, dass das Fliegen für ihn so etwas Alltägliches ist, dass wir absolut keinen Stress hatten, immer wussten, wo wir hinmussten und er mir die Ruhe gab, die ich in mir selber nicht fand.

Ich glaube, ich war innerhalb einer Stunde zwanzig Mal auf der Toilette und die Leute, die in unserer Nähe auch auf ihren Flug warteten wunderten sich sicherlich auch schon. Mir war kalt, mein Gesicht war blass und ich freute mich noch nicht mal mehr auf den Strand, die Sonne und den Urlaub. Ich sah nur dieses riesige Flugzeug und die Menschenmassen, die alle hinein sollten. Schließlich hatte ich mich ja über rein gar nichts informiert – also wusste ich auch nicht, wie viele Personen in so einer Maschine Platz finden.

Als wir im Flugzeug unsere Sitze erreichten, fühlte ich mich hilflos, eingeengt, ausgeliefert, ängstlich, traurig und verzweifelt. Mir blieb nichts anderes übrig, als plötzlich loszuheulen. Ich spürte, wie mich meine Angst wieder übermannte und wie ich nicht daran glaubte, dass ich das alles schaffe. Wir saßen ganz hinten im Flugzeug, sodass es fast keiner mitbekam. Ich war froh darüber.

Wie ich meine ganze Angst während des Flugs erlebte

Ich kaute schon vor dem Start auf meinem Kaugummi herum, so wie es alle sagten. Die Crew stellte sich vor, die Sicherheitsmaßnahmen wurden bekannt gegeben und das leistungsstarke Ungetüm, in dem wir saßen, machte sich startbereit, rollte los und wurde immer schneller, bis wir abhoben. Ich kaute immer weiter, drückte Davids Hand mehr und mehr und wollte schon wieder anfangen zu weinen, aber dafür hatte ich gar keine Zeit, weil mir fast der Atem stehen blieb.

Es fühlte sich verdammt komisch an, wie wir immer noch mehr an Höhe gewonnen haben und es immer mal wieder diesen kurzen Aufschwung gab, wenn es höher ging. Ich merkte, wie meine Hände schwitzten, sie waren gleichzeitig eiskalt. Ich wurde nervös und unruhig, ich zupfte an meiner Hose, an meinem T-Shirt, an meinen Haaren herum, suchte immer wieder Halt in den Händen meines Freundes. Meine Hände kribbelten – es war, als schliefen sie ständig ein. Mein Kreislauf war nicht gerade der beste und wir bestellten eine Cola.

Ich merkte, wie mir übel wurde. Luftlöcher kamen dazu. Keine Ahnung, was das überhaupt war. Ich spürte nur, dass es sich anfühlte wie Schlaglöcher auf einer Straße und ich befürchtete, dass wir gleich alle abstürzen würden. Natürlich sind wir das nicht und ich habe mir sagen lassen, dass das im Vergleich zu anderen Flügen wohl absolut harmlos und unbedenklich gewesen sei.

Mein Herz klopfte schneller, dann wieder langsamer, meine Füße kribbelten, meine Hände auch. Ich schwitzte und fror gleichermaßen und merkte, wie ich Davids Hand immer fester drückte. Ich gab ihm ein Zeichen, dass er mir unbedingt die Tüte herausholen soll. Und da war es geschehen – ganz ohne Ekel hielt er sie. Und ich musste mich übergeben.

Ich fühlte mich schlapp und hilflos und hoffte einfach, dass wir bald landeten. Die schönste Nachricht dieses Tages war übrigens, dass die Flugzeit sich etwas verkürzte.

Die erlösende Landung…

Als wir zur Landung ansetzten, ging es mir nicht unbedingt besser – meine Ohren taten weh, ich hörte kaum etwas, obwohl ich wirklich viel kaute und schluckte und kaute und schluckte, doch die Kräfte sind stärker als ich. Meine Beine, meine Arme, eigentlich alles an mir war fest, angespannt, die Muskeln hart wie Stein. Ich wartete nun einfach darauf, dass wir endlich ankommen und hätte neben mir jemand anderes nur ein falsches Wort gesagt oder hätte mich versucht trösten zu wollen – ich glaub, ich wäre nicht nett gewesen.

Endlich landeten wir – ich weinte. Und ich wollte nur raus aus der Maschine. Das Warten auf den Sitzen dauerte für mich ewig. Als wir endlich ausstiegen und ich das Meer schon roch, war all das ganz schnell vergessen. Ich spürte den warmen Wind in meinen Haaren (zu Hause war gerade Weihnachten), fühlte, wie der Sonnenschein nicht nur meinen Körper, sondern auch mein Herz erfüllte und freute mich nun mit einigen Freudentränen und Stolz auf die vor uns liegenden Tage auf der Sonneninsel.

Übrigens: während der ersten drei Tage merkte ich noch meinen Muskelkater im Kiefer, weil ich den Kaugummi so fest kaute.

Meine Flugangst und wie ich nun mit ihr umgehe

Angst.

Sie begleitet mich noch immer beim Fliegen und bei jeglichem Gedanken daran.

Doch bin ich stolz auf mich, seitdem schon dreimal geflogen zu sein (und das innerhalb eines Jahres!).

Es ist nie so, dass ich ohne Sorgen einsteige und ganz entspannt darauf warte, was passiert. Aber es ist so, dass ich weiß, dass ich jemanden an meiner Seite habe, der zu mir hält und mir hilft, wenn es mir schlecht geht. Vor dem mir nicht peinlich sein muss, dass ich mit 27 Jahren aus Angst weine und vielleicht sogar manchmal sinnlosen Quatsch erzähle.

Beim letzten Flug haben wir uns abgelenkt von der Angst, in dem wir „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gespielt haben – wie es Kinder beim Autofahren früher getan haben, um die Zeit herumzubringen.

Was ich durch dieses Gefühl gelernt habe ist, dass unser Geist und unser Körper eine Einheit bilden.

Meine Angst hat sich als Übelkeit, Kreislaufbeschwerden und mit Tränen bemerkbar gemacht. Ich habe meine Grenzen kennen gelernt und habe sie überschritten. Ich bin stolz auf mich, denn ohne meine eigene Kraft, Motivation und Neugier hätte ich nie kennen gelernt, wie viel uns die Welt noch zu bieten hat.

Fliegen bedeutet für mich Vertrauen – vertrauen auf das, was der Pilot vorhat und Hoffnung. Hoffen, dass auch er nach Hause zu seiner Familie möchte. Er steigt ja auch immer wieder in ein Flugzeug, obwohl er weiß, dass es abstürzen kann.  

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