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Bin ich auch ohne Make-Up, BH und Rasur schön?

Wie jedes andere Mädchen lernte ich mich „ schön “ zu machen. Dazu gehörte es jeden Tag mindestens 10 min vor dem Spiegel Foundation, Concealer, Highliter, Blush, Liedschatten und Mascara aufzutragen. Mindestens alle 3 Tage rasierte ich mich und erst recht, wenn eine Party oder ein Date anstand. Und selbstverständlich trug ich jeden Tag einen BH. Auch wenn er mir Schmerzen bereitete und es jedes Mal das befreiendste Gefühl war, ihn endlich zu Hause auszuziehen.

Und damit sollte ich mich „schön“ fühlen. Ehrlich gesagt, war mir immer unwohl. Ich sorgte mich, ob ich wirklich „schön“ aussehe. Vielleicht war ja meine Mascara verschmiert oder vielleicht sind meine Brüste zu klein und „Mist! ich habe vergessen mich zu rasieren.“ Da tat ich schon so viel, aber nie konnte ich entspannen. Ich machte mir so viele Gedanken, schaute YouTube Videos, wie es andere machen und was ich brauchen könnte, damit ich mich besser fühle.

– Man kann die Lösung nicht auf die Weise finden, wie man das Problem geschaffen hat. Ich kann nichts an meinem Körper ändern, damit ich mit mir zufrieden bin. Zufriedenheit beginnt im Kopf. Es ist eine Einstellung, die eine bewusste Entscheidung bedarf. –

Mein Weg daraus begann mit zwei Videos von Moin Yamina. Das erste war ein Lookbook, in dem sie so stylish und gleichzeitig entspannt aussah. Da man keine Träger sehen konnte, verriet sie ihren Trick: Sie trägt keinen BH. Auf diese Nachricht wurde ihre Kommentarbox mit Fragen zum Thema BH-frei bombardiert. Folglich machte sie ein zweites Video „Ohne-BH: NIPPEL ALARM?!“

Zum ersten Mal bekam ich die Vorstellung, dass es auch ohne BH geht. Das war im Juni 2015. Das war mir noch zu suspekt, als dass ich es ihr nachtat. Ich folgte weiterhin meiner Routine und beklagte mich über die typischen Schmerzen (bzw. ja ich lies mich beraten und trug die passende BH Größe ).

Zu Beginn vergaß ich die Idee, aber sie hatte einen Samen in mir gesetzt, der ganz langsam wuchs. Mai 2016 war es dann so weit.

Ich saß das erste Mal in einem schwarzen Top ohne BH in einer U-Bahn.

Ich fühlte mich so unwohl. Ich hatte das Gefühl jeder würde auf meine Brüste starren. Noch dazu spürte ich jede Bewegung. Jeder Schritt, jedes Treppensteigen, jedes „Scheiße, die Bahn kommt“ – Gerenne.

Gleichzeitig war ich frei und mit jedem Tag mehr ohne BH spürte ich Stärke in mir. Ich stand zu mir und meinem Körper, genauso wie er aussieht. Natürlich haben meine Brüste keine Körbchen Form. Sie sind nicht so rund, gleichgeformt und stehen so nah aneinander. Nein, meine Brüste sind einzigartig und individuell. Das macht sie perfekt.

Auf einmal erkannte ich, dass so viele wunderschöne Frauen sich in ein Schema A quetschen. Nach dem Motto: „Wenn ich so aussehe, bin ich schön (und darf zufrieden mit mir selbst sein).“ Ich sah, dass alle meine Freundinnen mit ihrem BH quasi gleich in diesem Bereich aussehen. Ja, die einen sind ein bisschen kleiner oder größer, aber im Endeffekt habe alle dieselbe Form. Und das finde ich schade.

Wieso verstecken wir uns? Wieso trauen wir uns nicht zu unserem ganz natürlich, perfekt geformten Körper zu stehen?

Seit diesem Punkt ist es unmöglich für mich einen BH zu tragen. Ich fühle mich wie ein Pferd mit einer Trense mit einem schönen Mundstück im Mund. Kontrolliert und gezügelt.

Stattdessen trage ich Kleidungsstücke, die diesen Bereich durch Farbe, Form oder Muster kaschieren. Es gibt genügend davon, probiere einfach aus, ob du nicht sowas schon im Kleiderschrank hast

Und für alle anderen Teile wie weiße T-shirts/Blusen oder dünne Stoffe überklebe ich diesen Bereich. Ganz ehrlich, das war eine der schönsten Entscheidungen meines Lebens. Ich fühle mich so frei, wohl und stark. Ich verstecke mich nicht mehr und kann einfach ich selbst sein. <3

Und das war erst der Anfang.

Im August 2016 entscheid ich mich für eine Backpack Reise in Europa, die 4 Wochen dauerte + 1 Woche in Barcelona. Da die Handgepäck Flüge sehr günstig sind, besorgte ich mir folglich einen Backpack für Flugzeuge. Es war Sommer und so reichten meine Kleidungsstücke für ca. 10 Tage. Platz für große Schminksammlungen war nicht drin. Ich nahm eine Mascara, einen Augenbrauenstift sowie meinen Labello mit. Du weißt ja, dass man im Flugzeug nur wenige Flüssigkeiten unter 100ml mitnehmen darf und einen Rasierer schonmal gar nicht. Ich rasierte mich das letzte Mal am Tag meines ersten Fluges und entscheid mich auch keinen während der nächsten Wochen zu kaufen.

Das war eine meiner intensivsten Erfahrungen. Ich ließ das Schminken komplett weg und konnte so einmal meinen Körper einfach meinen Körper sein lassen.  

In dieser Zeit bekam ich so viele Pickel. Das war richtig furchtbar. Ich schämte mich so sehr. Noch dazu all die Haare … an den Beinen, die Achseln, die Intimzone … Wenn ich zum Strand ging wurde es immer mehr eine Herausforderung.

Und da erkannte ich etwas: Niemand juckt es. Es ist auch niemandem aufgefallen. Niemand hat irgendwas gesehen noch irgendeinen Kommentar gemacht. Es interessiert keinen.

Punkt.

Dieses ganze Drama, das findet alles nur in unserem Kopf statt.

Das ist NICHT die Realität.

Im Endeffekt beschäftigen sich die Gedanken der Menschen viel mehr mit sich selbst, als mit den Leuten drum herum.

Das kannst du auch sehr gut an dir erkennen. Wie genau guckst du deine Freundinnen an? Gehst du ganz nah dran und nimmst dir so viel Zeit, wie du es bei dir selbst machst?

Ne. Solange dir nichts Außergewöhnliches ins Auge springt, sieht sie gut aus. Also wieso machen wir das nicht einfach auch mit uns selbst?

Nach all diesen Erkenntnissen machte ich die schönste Erfahrung in meinem bisherigen Leben. Ich war komplett ich selbst und ich schämte mich noch für meinen ganz natürlichen Körper.

Als ich dann das zweite Mal in Barcelona war, traf ich in meinem abgelegenen Hostel einen jungen Mann und er… Er hat mir das aller beste Geschenk auf der Welt gemacht: Er hat sich verliebt. In genau mich. Einfach so wie ich bin.

Durch diese Veränderung mich so anzunehmen, wie ich bin, nahm ich auch alle anderen Menschen einfach an.

Ich hörte auf sie zu beurteilen, zu kritisieren. Ich war offen für wer sie sind, wie sie aussehen und was sie in ihrem Leben machen. Dabei lernte ich, dass jeder seine eigene einzigartige Geschichte hat. Jeder ist auf seine Weise besonders und mit manchen hat man mehr Gemeinsamkeiten und mit anderen weniger.

Als ich diesen jungen Mann in Barcelona kennen lernte, rauchte er viel Zigaretten und Gras. Ich bin absolut gegen Rauchen erst recht gegen Drogen, daher würde ich unter normalen Umständen niemals auf die Idee kommen eine Beziehung zu so einem Menschen aufzubauen. In dieser Situation war es aber anders. Ich war einfach offen für seine Geschichte, Gedanken und Persönlichkeit. Und genau das hat ihn berührt.

Ständig sind wir Beurteilungen ausgesetzt. Wir müssen uns rechtfertigen und hauptsächlich nur die besonders guten Seiten zeigen.

Wie oft treffen wir schon einem Menschen, bei dem wir einfach wir selbst sein können?

Ich bin so dankbar für unsere Begegnung, denn so konnte ich einen unglaublich herzensguten Menschen kennen lernen. Nach unseren gemeinsamen Tagen in Barcelona, blieben wir intensiv im Kontakt. Er brachte mich mit jeder seiner Nachrichten zum Lächeln. Er unterstützte mich in meinem Leben und es war einfach schön meine Gedanken mit ihm zu teilen. Ich habe mich noch nie so wohl mit einem Menschen gefühlt. Nach 5 Monaten Kontakt spürte ich, da ist mehr als nur ein gutes Gefühl. Zufälliger Weise kam er eine Woche später zu Besuch zu mir nach Deutschland. Ihm ging es genauso. Und nun, ja seitdem sind wir zusammen und ich kann es selbst nach einem Jahr nicht glauben.

Ich habe mich noch nie so wohl in meinem Leben gefühlt.

Und das nur, weil ich mich entschlossen habe, ich selbst zu sein. Und damit wirklich schön zu sein!

Du kannst das auch. Du darfst dich genauso annehmen wie du bist. Du musst dich in kein Schema quetschen. Du bist schön. Einfach weil du einzigartig bist. Dann kannst du echt und authentisch sein und spürst genau, was für dich richtig ist. Und deine Meinung ist in einer Massenwelt, wo der individuelle immer mehr untergeht, ungeheuer wichtig. Ein Ja zu dir bedeutet ein Ja zu der Welt. Mach dich nicht kleiner als du bist. Du bist wertvoll und ein Geschenk für unsere Welt.

Vielen Dank fürs Lesen. <3

Du kannst mir gerne schreiben: 2leben.team@gmail.com
Ich freue mich auf dich!!

Deine Sabrina


Dieser Artikel ist GOLD! Vom Herzen DANKE liebe Sabrina für deine berührenden Worte!

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Liebe Sabrina,

    mit viel Freude und Aufmerksamkeit habe ich deinen Artikel gelesen.

    Ich kann nur vollkommen zustimmen, dieser Artikel ist Gold wert und mich dazu ermutigt meinen Weg zu gehen und weiter dran bleiben möchte, was meinen Körper angeht, mein aussehen, einfach ich selbst zu sein, mich von Meinungen anderer zu lösen. Frei und unabhängig zu sein :D. Ich bewundere dich, wie oft habe ich mir schon gedacht, boah du hast jetzt kein bock deine Beine zu rasieren. Als teenager/ Jugendliche habe ich es erlebt, das man mich dafür verurteilt hat, da wurde schon hingeschaut und das sitzt noch tief in meinem Kopf und trage ich noch heute mit mir herum, dass alle schauen werden. Auch bei Freunden. Auch wenn das wahrscheinlich gar nicht so ist. Ist nicht so leicht dad abzustellen, aber wie du sagst, es ist alles nur im eigenen kopf.

    Ich freue mich mit dir und fühle das Glück was du erlebst, dass du einen tollen menschen gefunden hast, der dich durch dein Leben begleitet.
    Ich wünsche dir von Herzen nur das allerbeste!

    Herzliche Grüße,

    Jenny

    Antworten

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