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Wie ich mich selbst zu lieben begann und welchen Herausforderungen ich mich dadurch stellen musste

Wie ich mich selbst zu lieben begann – Meine Reise #2

In meinem ersten Artikel “Wie ich mich selbst zu lieben begann – Meine Reise #1” erzählte ich euch von meinen ersten Schritten auf den Weg zu mir selbst. Ich erzählte euch von der bewussten Entscheidung FÜR das Leben und GEGEN all meine Zwänge, Ängste und die Essstörung. Mein Weg begann mit dem Lesen wertvoller Texte zum Thema Selbstwert! Dadurch wurde mir klar, was ich möchte und was ich nicht mehr möchte. Wie im letzten Teil angekündigt warteten nun einige Herausforderungen auf mich. Welche das waren, erzähle ich euch jetzt und hier!

Herausforderung #1

Wieder anfangen zu essen!

Herausforderung angenommen.

Das war das, was ich eigentlich die ganze Zeit wieder wollte. Ich konnte es mir selbst nicht erlauben und die Hürde ist nach 3 Wochen zu groß geworden. Nachdem man mir aber die Fakten auf den Tisch geknallt hatte, konnte ich diese erste Hürde überwinden. Seit dem esse ich wieder, noch nicht 100% frei und so wie es andere Menschen tun, aber ich esse wieder und nach einigen Wochen sind die Gedanken darum auch deutlich weniger geworden. Gut

Herausforderung#2

Mir die Ruhe antun.

Innerlich bekam ich einen Lachanfall. Ich und die Ruhe antun? Wie soll das denn gehen? Mein Kopf war so voller Gedanken, dass ich gar nicht gerade aus denken konnte. Seit Monaten oder auch Jahren tat ich nichts anderes als Aufgaben abarbeiten, To-Do-Listen führen (für die ich echt lebte), mehrere Male die Woche Sport machen, mich um den Haushalt kümmern. Dies erfolgte zwanghaft und krampfhaft. Bis dato hatte ich mir auch nur annähernd Schönes verboten. Selten konnte ich mal Freude verspüren oder mich auf die Freude einlassen.
Es wurde mir gesagt: „Besser einen Tag im Arsch, als die nächsten Tage auch noch total Groggy zu sein.“ Ich wusste, dass sie recht hat. Aber es war erst mal für mich undenkbar nichts zu tun. Und so war also für den Moment Akzeptanz und Hinnahme dessen, dass dieses Nichts-Tun derzeit noch nicht möglich war, an der Tagesordnung. Also widmete ich mich …

Herausforderung #3

Gespräch mit meinem Chef.

Das sollte anders laufen als bisher. Diesmal ohne Rechtfertigung und Erklärung meiner ganzen Krankengeschichte.

Und Leute, einem Chef hat es nicht zu interessieren, warum weshalb wieso ihr krank seid!!!!

Das habe ich inzwischen verstanden, auch wenn wir per Du sind und das Arbeitsverhältnis somit ein bisschen anders ist und nicht so distanziert. Diese Aufgabe meisterte ich fast mit bravour 😉 ! Und die Irritation meines Chefs war einfach zu köstlich. Damit hatte er nicht gerechnet. Und ich mit meiner Standhaftigkeit ehrlich gesagt auch nicht! Yeah! Erster Schritt in Richtung mehr Selbstwertgefühl!

Herausforderung #4

klärende Gespräche mit meinen Freunden führen.

Leider konnte ich nicht immer ehrlich sein, aus Angst meine Freunde zu verletzen, dennoch gab es ein paar Dinge, die mich immer wieder auf die Palme gebracht und auch wütend gemacht haben. Lange habe ich sie hinter dem Berg gehalten, habe immer mal vorsichtig versucht etwas durchklingen zu lassen. Aber ich habe mich nie wirklich getraut. Nun aber schon. So ehrlich wie in diesen Gesprächen war ich selten in meinem Leben. Und auch damit habe ich erstmals für mich eingestanden und mal wirklich etwas für mich getan!

So habe ich meine ersten kleinen entscheidenden Schrittchen gemacht und die ersten Hügelchen erklommen. Darauf war und bin ich sehr stolz. Es war noch nicht viel, aber auf jeden Fall ein sehr guter Anfang. Ich war stolz auf meine Leistung und habe versucht mir immer Lob dafür auszusprechen.

Um meine kleinen und großen Erfolge festzuhalten und um hinterher noch einmal reflektieren zu können, fing ich an eine „Worauf ich stolz sein kann“ Liste zu führen. Denn manchmal stellte sich der eigene Stolz nicht sofort ein. Manchmal brauchte es einige Zeit, bis man ihn auch wirklich fühlen konnte. Vielleicht kennt ihr das auch von euch? Ja so ist das mit den Lieben Gefühlen, wir wissen das sie da sind, können sie aber nicht immer spüren. Noch nicht!

Die Begegnung mit meinen tiefsten Ängsten

So, da ich auch in den nächsten Wochen nun ganz viel Zeit für mich haben sollte, wollte ich diese Zeit weiter sinnvoll nutzen. Für die Arbeit an mir selbst natürlich! Ich fand Gefallen an den kleinen Erfolgen und merkte schon nach kurzer Zeit, dass sich etwas veränderte. Dass ich die Freude, die immer wieder in kleinen Nuancen aufpoppte, spüren und auch mehr und mehr genießen konnte.

Aber noch oft genug führte mich der Weg ins unangenehm tiefe Tal. Wie ich gerade schon erzählte lebte ich für meine To-Do-Liste, die ich Stunde für Stunde bearbeitete, abarbeitete und anstatt die Aufgaben weniger wurden, wurden sie immer mehr. Eine echte Sackgasse! Doch mein Wunsch keine Aufgaben mehr zu haben wird sich wohl nie erfüllen. Sie gehören zum Leben dazu, wie das Eigelb zum Ei. 😉

Aber das Entscheidende ist, wie wir die Dinge bewerten!

Für mich gab diese Liste immer Sicherheit, eine Struktur, eine Ordnung für mein Leben. Sie gab mir das Gefühl, dass ich die Kontrolle über alles hatte. Vermeintlich! Denn im nach hinein betrachtet hat mir die Liste das alles nur vorgespielt und sie war ein Ersatz, für die Bedürfnisse, die sich eigentlich dahinter versteckten. Nämlich die Bedürfnisse nach Sicherheit, Ordnung, Struktur, Halt, die ich bis dato nur über meine Zwänge und die Liste bekam. Außerdem sorgte sie dafür, dass ich nicht die Verantwortung für mein Leben übernehmen musste.

Ihr fragt euch jetzt sicher, häh, wie Verantwortung? Naja, sie hat verhindert, dass ich mich verändere/ mich verändern kann, dass ich neue Erfahrungen sammeln kann, die anders sind, vielleicht sogar schön, im Vergleich zu denen aus der Vergangenheit. Aus Angst dann nicht mehr gesehen zu werden, nicht mehr genug zu leisten und dadurch nicht mehr genug Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Angst faul zu werden und das noch mehr Chaos in mein Leben einbricht, wenn ich die Aufgaben nicht alle erfülle. Angst zu versagen! Die Angst Freude zu empfinden! Mit der Liste habe ich alle meine Gefühle weggedrückt anstatt sie zu fühlen und damit mich selbst zu fühlen. Die Gefühle von Traurigkeit und Wut waren ganz groß.

Die Liste gab mir eine Schutzmauer, um mich vor neuen Verletzungen, vor meinen Gefühlen und vor der Unsicherheit, was da noch so kommen mag, zu schützen. Sie hat verhindert, dass ich selbst Entscheidungen für die Dinge des Lebens treffe. Diese eine Liste hatte ganz schön viele Funktionen. Und so haben viele Dinge in meinem Leben solche Funktionen übernommen.

Vielleicht findet ihr auch in eurem Leben etwas, was solch eine Funktion übernommen hat?

Die Erkenntnis meiner wahren Einsamkeit

Mich hat die Liste jedenfalls auch verdammt einsam gemacht. Wie meine Ängste und meine Zwänge generell, da ich nur noch damit beschäftigt war zwanghaft und krampfhaft irgendwelche Aufgaben abzuarbeiten, bis ich alle paar Wochen zusammenbrach, weil ich nicht mehr konnte, keine Lust mehr hatte und einfach nur noch wütend und fertig war.

Wütend vor allem auf mich selbst, weil ich es einfach nicht schaffte mein Leben auf die Reihe zu bekommen, mich diesen scheiß Zwängen zu stellen, die mich so vereinnahmten und mir das Leben zur Hölle machten.

Ich musste endlich aufhören nur rum zu jammern und endlich Verantwortung übernehmen, hinschauen, was da eigentlich wirklich ist und mich endlich all dem Erwachsen stellen. D.h. auch die gegebenen Bedürfnisse auf eine gesunde Art und Weise zu erfüllen. Ich war die einzige, die etwas dagegen tun konnte. Kein anderer konnte mir diese Hürden nehmen.

Wie ich mich meiner allergrößten Herausforderung stellte

Nachdem meine liebe Freundin sowas von angepisst von dieser Liste war, aber nicht nur sie, auch mein Mann und ich sowieso … musste ich DIE wichtige Entscheidung treffen.

Die Liste MUSSTE weg!

Ich bin kein Freund mehr von etwas müssen müssen, denn dieses Wort war viele Jahr mein Lebenselexier, aber in diesem Fall musste es sein. Denn sie nahm mir alle Kraft zum Atmen.

So nahm ich eines Abends all meinen Mut zusammen und löschte unter Tränen und großer Panik diese Liste. Für mich brach eine Welt zusammen. Ein Nervenzusammenbruch folgte! Es fühlte sich an als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen, all das wonach ich die letzten Monate/ Jahre lebte. Einfach weg. Es fühlte sich an wie die Hölle auf Erden.

ABER es war im nach hinein betrachtet ein riesen großer Befreiungsschlag! Es war das allererste Mal, dass ich der Angst wirklich ins Auge sah.

Mein Mann versuchte mich an diesem Abend zu halten, er nahm mich in den Arm. Er war da. Und ich sah endlich auch mal was anderes außer dieser Liste! Ich sah ihn! Doch scheinbar war es für mich nicht Sicherheit genug. Hatte ich zu wenig Vertrauen zu ihm? Es machte mir ein schlechtes Gewissen.

Das Vertrauen zu mir selbst fehlte auf jeden Fall. Und so versuchte ich mir neue Sicherheit zu beschaffen. Mein Kopf war da ziemlich schlau, er hatte es über die Jahre hinweg gelernt. Die Liste war natürlich noch im Kopf und so suchte ich neuen Halt und öffnete Tabs auf meinem PC.

Ich dachte ich hätte es geschafft und dann das! Ich wusste, es ist der falsche Weg. Tja… ich zog meinen Schwanz ein. Mir fehlte der Anker in meinem Leben, der sichere Hafen. Es fühlte sich so an als hätte ich nichts mehr. Ich fragte mich selbst, warum ich nicht endlich mal Verantwortung für mein Leben übernehmen konnte und was mich daran hinderte. Immer wieder tauchten die Fragen und Aussagen auf: „Wie soll ich das alles nur schaffen? Was soll ich tun? Wie soll ich mich selbst befreien? Wie soll ich Verantwortung für mein Leben übernehmen? Und wie soll ich nur jemals die Zwänge in den Griff bekommen?“ Dass das alles nicht die Erwachsene aus mir heraus sprach, sondern das innere Kind, was in meinem weiteren Verlauf noch eine entscheidende Rolle spielen sollte, war mir so überhaupt gar nicht klar.

So bekam ich den zweiten aber aller wichtigsten Arschtritt meines Lebens

Der so in seiner Intensität von meiner Freundin nicht beabsichtig war, aber er öffnete mir voll und ganz die Augen. Sie setzte mir förmlich die Pistole auf die Brust.

Entweder ich handele oder wir können nicht mehr befreundet sein. Denn so eine Freundschaft wollte sie nicht, in der sie die Mutterrolle übernahm.

Ich bin mir sicher, dass nur sie mir diese Ansage hätte machen können, denn im ersten Drittel des Jahres hab ich gedacht, ich hätte sie verloren, dann tauchte sie mit der erlösenden Erklärung wieder auf. Ich wollte unbedingt an ihr festhalten und an der Freundschaft, die sich gerade anfing aufzubauen. Sie hatte und hat einen riesengroßen Platz in meinem Herzen eingenommen und die Vorstellung sie wieder zu verlieren hat meinem Verstand den entscheidenden Kick versetzt, der mich voll und ganz in die richtige Richtung arbeiten ließ und lässt…………

Natürlich mit weiteren Tälern und Bergen! Ich musste anfangen endlich selbstständig Entscheidungen zu treffen und mehr Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen und lernen, dass mein Verhalten Konsequenzen für mich und andere hat und im schlimmsten Fall auch die Konsequenz bedeutet eine Freundin zu verlieren. Außerdem habe ich verstanden:

Ich lebe das Leben und nicht das Leben lebt mich.

Und so habe ich mein Ziel klar vor Augen: Ich strebe nach einem selbstbestimmten, freien, ehrlichen und authentischen Leben mit vielen tollen Momenten, mit viel Lachen und Spaß. Ich hab es in der Hand!

Fortsetzung folgt!!!

Was ich euch für und auf euren Weg mitgeben möchte

Es sind die kleinen Erfolge, die kleinen Schritte auf unserer Reise, die wir uns immer und immer wieder bewusst machen sollten. Denn damit fängt es an. Und es hat Potenzial etwas ganz großes zu werden.

Trefft bewusst Entscheidungen!

Überlegt, ob ihr euch weiter von euren Ängsten leiten lassen möchtet oder ihr auch die ersten Schritte durch die Angst wagt.

So groß die Angst auch ist, sie kann überwunden werden und spiegelt meist nicht die Realität!

Vielleicht habt ihr auch Freunde, die euch ehrlich einen Spiegel vorhalten, denn manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ich für meinen Teil, hatte nie so viel Ehrlichkeit erfahren wie von meiner neuen Freundin. 🙂 Und ich bin ihr dafür unendlich dankbar, denn nur so konnte ich mich verändern.

Entschuldigt euch nicht für Dinge, für die man sich nicht entschuldigen muss.

Damit macht ihr euch selbst klein.

Rechtfertigt und erklärt euch nicht.

Denn häufig müsst ihr das nicht tun.

Lernt „Nein“ zu sagen und steht für euch ein.

Dann könnt auch ihr an Stärke gewinnen. Ich wünsche euch viel Kraft für eure Reise zu euch selbst =)

Jenny

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